Insel 1: Medienwahl

Moin Matrose und willkommen auf der ersten Insel!

Um ein Bildungsmaterial offen gestalten zu können, braucht es zunächst einen Bildungsinhalt, den es zu veröffentlichen gilt. Ich hoffe, Du hast Dir hierzu bereits Gedanken machen können.

In den Potenzialen mediendidaktischer Lehre der OERientation GRUNDLAGEN wurde bereits aufgezeigt, wieso und auf welche Weise digitale Medien die Lehre bereichern können. Nun geht es darum, dieses Wissen anzuwenden und ein passendes Medium zu finden, mit dem Du Deinen Bildungsinhalt digitalisierst.

Grundsätzlich gilt:

  • Prozessdarstellungen, Vorlesungen oder Sachverhalte mit visuellen Komponenten lassen sich am besten in Videoform vermitteln.

  • Bei Ergebnispräsentationen, Graphilken oder Sachverhalten ohne Textkomponente eignen sich Bildformate.

  • Wird die visuelle Komponente überhaupt nicht benötigt oder lenkt lediglich ab,und liegt der Fokus auf Geräuschen oder Gesprochenem, das leicht verständlich ist, reicht das Audioformat.

  • Sollen komplexe, detaillierte und umfassende Informationen festgehalten und mit Textquellen belegt werden, bietet sich die Umsetzung des Lehrinhalts in schriftlicher Form an.

Bei Deiner Medienwahl kann Dir unter anderem die Arbeit Entscheidungsgrundlagen zur Auswahl von Medien für das eigene Lernarrangement von Mirjam Bretschneider und Sarah Remane behilflich sein. Sie informiert über lernpsychologische Grundlagen, die bei der lehrorientierten Medienauswahl helfen sollen.

Bretschneider und Remane kommen zu dem Fazit, dass sich der Einsatz digitaler Medien positiv auf den Lernprozess auswirken kann, sofern das Medium sinnvoll ausgewählt und kombiniert wird und ein entsprechend angepasstes Präsentationstempo gewählt wird. Vor allem Videos erleichtern die Wissenverarbeitung beim Lerneneden, da sie mehrere seiner Wahrnehmnungskanale (Sehen, Hören) ansprechen. Für den Lernprozess mit Medien halten sie fest:

"Informationen sind flüchtig und daher immer der Gefahr ausgesetzt, nicht abgespeichert oder vergessen zu werden, weshalb ihre Fixierung in Form von Text, Ton, Bild usw. Grundlage für einen Lernprozess ist und darüber hinaus für das Abrufen der Informationen sein kann. Einfluss auf das Behalten nimmt auch das Rezeptionstempo, in dem man sich einen Text oder die Inhalte eines Videos erschließt. Insbesondere bei Letzterem gilt es, die individuelle Lerngeschwindigkeit der Lernenden zu berücksichtigen und ihnen die Möglichkeit zu bieten, das Präsentationstempo an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. An dieser Stelle kristallisiert sich ein gewichtiges Argument für Lernen mit Text heraus. Lernende haben insbesondere beim Lesen die volle Kontrolle über die Geschwindigkeit und passen diese an ihre in dividuellen Bedürfnisse an (Bretschneider/Remane, S. 5)."


TIPP TIPP!

Es kann auch hilfreich sein, sich Best-Practice-Beispiele anzuschauen. So bekommst Du einen Eindruck, wie der didaktische Einsatz digitaler Medien aussehen kann und welches Medium Deinen Ansprüchen am ehesten gerecht wird. Dafür kannst Du die OERientation Datenbank besuchen und die dort aufgefürten Plattformen für Unterrichtsmaterial durchforsten. Schaue Dich auch gerne auf der Webseite der Hamburg Open Online University (HOOU) um, die offene Lernangebote und -materialien zur Verfügung stellt.


Aufgabe TO DO

Wähle eine Flotte! Bereite Dich für die nächste Insel Deiner OER-Erstellung vor, indem Du Dich reflektiert für ein Medium Deiner Wahl entscheidest!

Möchtest Du

  • Deinen Lehrinhalt mittels Videoformat vermitteln? Dann wähle Flotte 1: Video

  • Deinen Lehrinhalt mittels Textformat vermitteln? Dann wähle Flotte 2: Text

<-- Wähle im Sidebar-Menü nun die Flotte aus, mit der du weiterschippern möchtest und besuche dort Insel 2!


Literatur:
Entscheidungsgrundlagen zur Auswahl von Medien für das eigene Lernarrangement von Mirjam Bretschneider und Sarah Remane, CC BY SA 4.0, ohne Änderungen übernommen.