Mediendidaktisch lehren

Vor dem didaktischen Einsatz digitaler Medien, gilt sich zunächst stets zu fragen, inwiefern der Einsatz eines digitalen Mediums den Lehr- und Lernprozess positiv bereichern kann, da in der Mediendidaktik nicht das Medium an sich, sondern sein didaktischer Einsatz im Fokus steht. Achte also darauf, dass Dein Medieneinsatz auf einem pädagogisch-didaktischen Konzept gründet und den Lernprozess stets fördert und ihn niemals behindert. Grundsätzlich bietet es sich an, folgende Frage zu stellen:

Welches Medium bzw. welche Medien setze ich ein,

a) um welche Kompetenzen zu erlangen,

b) welche Themen und Inhalte umzusetzen und zu gestalten, und zwar

c) mit welchen Methoden und Sozialformen?

Konkret lassen sich jedoch mehrere Faktoren benennen, von denen Du den Einsatz eines Mediums im Deiner Lehre abhängig machen solltest:

  • Welchen Lehrinhalt bzw. welche Kompetenzen möchte ich vermitteln?

  • Welche Lernziele möchte ich erreichen?

  • Welche Zielgruppe spreche ich an? Wie sieht meine Lerngruppe aus?

  • Welche Lernmethode bzw. Sozialform möchte ich wählen?

  • Welche technischen Voraussetzungen habe ich?

  • Welche digitalen Kompetenzen habe ich? Welche Medien kann ich selbst bedienen und entsprechend einsetzen?


Konzepte der Mediendidaktik

Im didaktischen Kontext können digitale Medien dann auf unterschiedliche Weise eingesetzt werden. Es lassen sich drei Konzepte für ihre Verwendung im Lehr-Lernprozess unterscheiden:

1: Lehr-Lernmittelkonzept - Digitale Medien zur Veranschaulichung

Dieses Konzept sieht digitale Medien in der Lehre als Lehr- und Lernmittel. Als Lehrmittel kann es von Lehrenden dazu verwendet werden, Wissen zu veranschaulichen und zu vermitteln. Lernenden dienen digitale Medien auf der anderen Seite als Lernmittel, indem sie sie zur Wissenserschließung selbstständig nutzen können. Digitale Medien dienen vor allem bei abstrakten Inhalten einer wirklichkeitsgetreuen Abbildung von Lehrinhalten.

Ein Beispiel für den Medieneinsatz als Lehr-Lernmittelkonzept ist die Verwendung eines Videos im Unterricht, welches die lehrende Person einsetzt, um den Lehrinhalt visuell zu vermitteln. Für bestimmte Fächer bietet sich dieser Medieneinsatz ganz besonders an. So kann im Chemieunterricht beispielsweise das Video eines Versuches gezeigt werden, der innerhalb des Lehrsettings so nicht stattfinden kann. Oder es können im Mathematikunterricht in der analytischen Geometrie 3D-Programme eingesetzt werden, um durch eine dreidimensionale Darstellungsmöglichkeit von Geraden und Ebenen einen anschaulichen Zugang zum Thema zu schaffen. Hier wird ein ganz besonderer Vorteil des didaktischern Einsatzes digitaler Medien deutlich: Er ermöglicht das Erlebnis von Geschehnissen, die vor Ort nicht umsetzbar sind, oder macht Sachverhalte greifbarer und zugägnlicher, die mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind. So können Simulationen im gemometrie-Unterricht beispeislweise jenen Lernenden entgegenkommen, denen das notwendige räumliche Vorstellungsvermögen fehlt.

2: Arbeitsmittelkonzept - Digitale Medien als Werkzeug

In diesem Fall dienen digitale Medien als eine Art Werkzeug, das im Lehr-Lernkontext angewandt wird. Als spezielle Materialien (Spiele, Rätsel, Arbeitsmappen) unterstützen sie den selbstständigen Lernprozess. So können sie beispielsweise eingesetzt werden, um einen Arbeitsprozess festzuhalten – in Form von Fotos, Textdokumenten, oder Videos - oder ihn aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und erlente Inhalte praktisch anzuwenden.

Der didaktische Einsatz digitaler Medien als Werkzeug zur Erstellung von eigenen Medienprodukten begünstigt die Erfahrung von Wirklichkeit und ermöglicht durch handelndes Lernen eine individuelle Annäherung an die Erfassung der Unterrichtsinhalte: Erstellen Schülerinnen und Schüler im Literaturunterricht beispielsweise zur Lektüre eines Romans einen eigenen Film, nehmen sie die Rolle der Charaktere körperlich und geistig ein und können kreative Ideen umsetzen.

Arbeitsmittel sind digitale Medien auch dann, wenn sie der Kommunikation innerhalb eines Lehr- und Lernprozesses dienen. So können verschiedene Online-Kommunikationsdienste und Plattformen beispielsweise dazu genutzt werden, Aufgaben, Fragen und Ergebnisse zu besprechen.

3: Lernumgebungskonzept - Digitale Medien als Raum

Wikis, Blogs oder Lernmanagementsysteme sind Paradebeispiele für digitale Lernumgebungen. Diese Online-Programme bieten einen – je nach Belieben – geschlossenen oder offenen, digitalen Raum, in dem gemeinsam gearbeitet werden kann. Sie ermöglichen nicht nur eine orts- sondern auch zeitunabhängige Bereitstellung und Bearbeitung von Lehrinhalten. Dabei unterstützen sie zudem sowohl synchrone, als auch asynchrone sowie individuelle als auch multiple Kommunikationsformen.


Workspace WORKSPACE (Noch im Aufbau – er steht Dir in Kürze zur Verfügung!)

  • Hast Du bereits Erfahrungen mit mediendidaktischer Lehre machen können? Wenn ja, welche?

  • Welche Medien kannst Du Dir vorstellen zu verwenden oder verwendest Du vielleicht bereits und für welche Zwecke setzt Du sie ein (Lehr-Lernmittel-, Arbeitsmittel-, Lernumgebungskonzept)?


Literatur: Mediendidaktik: Der DIE-Wissensbaustein für die Praxis von Angelika Gundermann, CC BY SA 3.0. Änderungen wurden vorgenommen.

Medieneinsatz in der Schule von Magdalena Steiner, CC BY SA 2.0. Änderungen wurden vorgenommen.